F-Gase

Der Begriff „F-Gase“ steht für fluorierte Treibhausgase und ist ein Sammelbegriff für teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoff (FKW), Schwefelhexafluorid (SF6) und Stickstofftrifluorid (NF3).

Anwendung

HFKW wurden nach der Vereinbarung des Montrealer Protokolls 1987 in den 1990er als Ersatzstoffe für die Ozonschicht zerstörenden Substanzen eingeführt. Sie werden seitdem vor allem als Kältemittel in Kälte- und Klimaanlagen eingesetzt, aber auch als Treibgas in Sprays, als Feuerlöschmittel sowie als Treibmittel in Schäumen und Dämmstoffen. Der Kälte- und Klimabereich umfasst dabei eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen. Nicht nur in Supermärkten, Industrieanlagen und Raumklimaanlagen werden F-Gase als Kältemittel verwendet, sondern auch in mobilen Klimaanlagen: Auto-, Bus-, Bahn-, und Schiffsklimaanlagen nutzen die thermischen Eigenschaften von fluorierten Gasen.

FKW entstehen bei der Aluminiumproduktion, werden in der Halbleiterindustrie als Ätzgas und Wärmeüberträger eingesetzt und in geringen Mengen auch als Kältemittel und als Lösemittel. SF6 wird bereits seit Ende der 1960er Jahre unter anderem in elektrischen Betriebsmitteln und als Schutzgas in Magnesiumgießereien eingesetzt. NF3 dient zur Kammerreinigung in der Halbleiterproduktion und der Photovoltaikindustrie.

Regelungen

F-Gase schädigen zwar nicht die Ozonschicht, haben aber zum Teil hohe Treibhauspotentiale und tragen daher zur Klimaerwärmung bei. Daher wird im Kyoto-Protokoll der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen nicht nur die Stabilisierung der Emissionen von CO2, Methan, und Lachgas angestrebt, sondern auch die der F-Gase. Deutschland ist eines von 195 Ländern, welches sich unter der Klimarahmenkonvention verpflichtet hat, zum Schutz des Klimas beizutragen.

In diesem Zusammenhang wurde auf europäischer Ebene auch die sogenannte F-Gase-Verordnung (EU) 517/2014 erlassen. Sie ersetzt die Verordnung (EG) 842/2006 und gilt seit dem 1. Januar 2015. Eine der wichtigsten Neuerungen ist der sog. „Phase-down“, die schrittweise Verringerung der in Verkehr gebrachten HFKW-Mengen. Die Verordnung enthält außerdem eine Reihe von Verboten bestimmter Stoffe. Die nationale Umsetzung erfolgt in Deutschland durch die Verordnung zum Schutz des Klimas vor Veränderungen durch den Eintrag bestimmter fluorierter Treibhausgase (Chemikalien-KlimaschutzverordnungChemKlimaschutzV), welche das Inverkehrbringen und die Verwendung von fluorierten Treibhausgasen regelt.

Ausgewählte Arbeiten

"Unterstützung der EU F-Gas-Politik", EU Kommission, DG CLIMA, 2015-2018

"Support related to preparing the HFC phase-down mechanism, labelling rules and guidance documents for the EU F-gas policy", EU Kommission, DG CLIMA, 2014-2015